Jerusalem im Jahre 26
Der antike Geschichtsschreiber Josephus Flavius berichtet von einem Ereignis, das im Jahre 26 n.Chr. stattfand, an dem „Tausende von Juden” beteiligt waren (Bell. II,9,2). Es ging um die verpönten Bilder des „Gott-Kaisers” in Rom, die Pilatus in der Nacht nach Jerusalem hatte bringen lassen, um die Juden zu dessen Verehrung zu veranlassen:

„Die Juden erhoben sich gegen Pilatus in Caesarea, um ihn zu bitten, die Bilder aus Jerusalem zu entfernen ... Da Pilatus sich weigerte, lagerten sie sich um sein Haus und blieben dort fünf Tage und fünf Nächte. Am sechsten Tag begab sich Pilatus vor sein Tribunal im großen Stadion und rief das Volk unter dem Vorwand zusammen, auf sein Begehren antworten zu wollen; da gab er den bewaffneten Soldaten den Befehl, die Juden zu umzingeln. Als die Juden sahen, wie die Soldaten sie mit einem dreifachen Ring umgaben, bleiben sie vor diesem unerwarteten Schauspiel stumm. Pilatus, nachdem er ihnen erklärt hatte, er wolle sie töten lassen, falls sie das Bildnis des Kaisers nicht anerkennen würden, gab den Soldaten das Zeichen, ihre Schwerter zu ziehen. Doch die Juden warfen sich, wie auf einen gemeinsamen Befehl, auf die Erde und boten ihren Nacken dar, alle bereit, lieber zu sterben, als das Gesetz zu verletzen. Von diesem religiösen Eifer überwältigt, gab Pilatus den Befehl, die Bilder aus Jerusalem zu entfernen.”

(Zitiert nach Pinchas Lapide, Er predigte in ihren Synagogen,
Jüdische Evangelienauslegung, Gütersloh 1981, S. 54)

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